Geschichte
Kirchveischede, oft als die „Perle des Veischedetals“ bezeichnet, blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück. Das Dorf im heutigen Stadtgebiet von Lennestadt ist vor allem für sein geschlossenes Ensemble aus historischen Fachwerkhäusern bekannt, die ihm mehrfach Gold-Auszeichnungen im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einbrachten.
Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Epochen und Ereignisse der Dorfgeschichte:

1. Die frühen Anfänge (1019 – 1500)
Erste Erwähnung: Die Geschichte des Ortes reicht bis ins Jahr 1019 zurück. Im Jahr 2019 feierte das Dorf dementsprechend groß sein 1000-jähriges Bestehen.
Wallburgen: Die Umgebung war jedoch schon viel früher besiedelt. Die Wallburg Jäckelchen (8.–10. Jahrhundert) und die Anlage Hofkühl (vermutlich Eisenzeit) zeugen von der strategischen Bedeutung des Tals.
Name und Pfarrei: Ursprünglich hieß der Ort „Viesche“ oder „Veische“. Der Name Kirchveischede festigte sich erst um 1519, um das Dorf mit der Pfarrkirche von anderen Siedlungen im Veischedetal abzugrenzen. Die Pfarrei St. Servatius wird bereits 1314 als selbstständig erwähnt.

2. Mittelalter und Frühe Neuzeit
Handelswege: Kirchveischede lag günstig an bedeutenden alten Fernwegen wie dem Römerweg und der Heidenstraße. Dies förderte den Austausch, brachte aber in Kriegszeiten auch Belastungen durch Truppendurchzüge mit sich.
Wirtschaft: Bis ins 18. Jahrhundert lebten die meisten Einwohner von der Landwirtschaft. Viele waren Pächter der Kölner Kurfürsten oder der Kirche. Parallel dazu gab es zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert eine erste Blütezeit des Eisengewerbes (Verhüttung).

3. Katastrophen und der „Bauboom“ (18. Jahrhundert)
Der große Brand: In den Jahren 1784/1785 ereignete sich eine Zäsur: Ein verheerendes Feuer zerstörte etwa die Hälfte aller Wohnhäuser.
Wiederaufbau: Was heute als malerischer Dorfkern bewundert wird, entstand größtenteils direkt nach dieser Katastrophe. Die heute unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäuser (wie die in der „Röthe“) stammen überwiegend aus dieser Phase des Wiederaufbaus.

4. Moderne und Kommunale Neugliederung
Amt Bilstein: Lange Zeit gehörte die Gemeinde Kirchveischede zum Amt Bilstein.
Stadt Lennestadt: Mit der kommunalen Neugliederung am 1. Juli 1969 verlor Kirchveischede seine Selbstständigkeit und wurde Teil der neu gegründeten Stadt Lennestadt.
Golddorf: Durch das Engagement der Bürger im Bereich Denkmalschutz und Dorfgestaltung wurde Kirchveischede zu einem der meistausgezeichneten Dörfer in Nordrhein-Westfalen.
Sehenswerte historische Spuren:
Pfarrkirche St. Servatius: Ein spätromanischer Bau mit barocken Details und einer wertvollen Seuffert-Orgel von 1758.
Historische Fachwerkhäuser: Besonders im Bereich „Röthe“ finden sich elf denkmalgeschützte Häuser in niedersächsisch-westfälischer Bauweise.
Burg Jäckelchen: Reste der frühmittelalterlichen Wallanlage auf dem Bergrücken.

